Zur Startseite
Willkommen
Thema + Konzeption
BAE I
BAE II
BAE III (Bau)
BAE Betrieb
BAE Fahrzeuge
BAE Gebäude
BAE Landschaftsgestaltung
BAE-aktuell
BAE-aktuell (Archiv)
Werdegang und Philosophie
BAE Club
BAE Club Bautreffs

Kontakt

Links
Impressum
Englische Seiten
Braunlage-Andreasberger-Eisenbahn
Harzer Schmalspur 1:45 (0m)

Eine Bahn mit Geschichte

Oh ja, auch Modellbahnen können eine Geschichte haben, ein anderes Wort für Entwicklung. Von der BAE zu sprechen, ist schon nicht richtig, wir werden von der BAE I, der BAE II und der BAE III zu sprechen haben.

 

Die BAE I

Als ich beschloss, eine fiktive Harzer Meterspurbahn im 0-Maßstab zu bauen, lebte ich – frisch geschieden – allein in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Bremen. Darin gab es keinen Platz für eine Anlage, aber zu der Wohnung gehörte ein 2,72 x 4,75m großer Kellerraum. Nicht viel für Spur 0, wie? Zumindest nicht für eine flächige Inselanlage.

Bei An-der-Wand-entlang  sieht die Sache schon anders aus. Ich machte eine maßstäbliche Zeichnung des Raumes und versuchte, da eine ringförmige Strecke hineinzuzeichnen. Ich experimentierte mit verschiedenen Radien und kam schließlich mit weitgehend 1,33 m und einmal 0,8 m zurecht (es ist ja Schmalspur, nicht vergessen!) Weitergehende Überlegungen zu diesem Thema auf meiner Seite über Anlagen-Design.

Gleisplan BAE I

Die "lüttje BAE" seligen Angedenkens, die im Abstellkeller eines Mehrparteien-Wohnhauses entstand und ihn ganz ausfüllte. Viele Teile konnten beim Bau der BAE II wieder verwendet werden: die linke Hälfte von Sonnenberg, die ganze Station Königskrug (die mit eingefügtem Mittelstück zu Schluft wurde) sowie die Kurve zwischen Königskrug und dem Tunnel mit der 33‰-Steigung im Einschnitt.

Sagte ich ringförmig? Also, als beinharter point-to-point-Anhänger ist für mich eine Bahn, die im Kreise fährt, völlig inakzeptabel. Aber was ist leichter, als aus einem (nicht zu kleinen) Ring eine Strecke mit zwei Endpunkten zu machen!? Man fängt an einer der längeren Wände mit einem Bahnhof an, führt die Trasse dann, ständig steigend, einmal um den Raum herum, und wenn man wieder am Ausgangspunkt ankommt, ist man schon ein gutes Stück höher. Unter Anwendung von Steigungen zwischen 2,5 und 3,3% gelang es mir, ausreichend Höhendifferenz herauszukitzeln, dass der unter dem Endbahnhof liegende Anfangsbahnhof als fiddle-yard genutzt werden konnte. Die Gesamtstreckenlänge von Prellbock zu Prellbock betrug übrigens zu meiner eigenen Verwunderung fast 15 m.

Klick auf Bild zeigt Vergrößerung!
BAE I BAE I

Dennoch: Von der geplanten Strecke von Braunlage über Königskrug, Sonnenberg und Rehberg nach St.Andreasberg (siehe Karte) konnte nur das Teilstück zwischen Braunlage (fiddle-yard) und Sonnenberg realisiert werden. Das war weit weniger als ich wollte, aber viel mehr als gar keine Anlage. Da ich hoffte, irgendwann einmal umzuziehen und Platz für eine größere BAE zu bekommen, plante und baute ich die BAE I in modul-artigen Teilstücken, die leicht auseinander genommen werden konnten.

Die BAE I im Bau.
Links der halbfertige Bahnhof Königskrug mit dem Güterschuppen und dem Trafohäuschen. Am realen "Königskrug" oberhalb Braunlage haben nie Schienen gelegen, aber das Trafohäuschen, das stand dort wirklich, wurde von OOK vermessen und nachgebaut.
Hinter dem Bahnhof geht's mit 80cm Radius herum Richtung Sonnenberg.

Mit meinen Freund Herbert Fackeldey führte ich diverse Betriebs-Sessions durch. Wir hatten keine anderen Triebfahrzeuge als die beiden Triebwagen, die wir gebaut hatten, denn 0m ist eine Baugröße, in der man, sofern man nicht die Rhätische Bahn nachbaut, so gut wie nichts kaufen kann. Mit diesen beiden Triebwagen und einigen teils selbstgebauten, teils als Umbauten entstandenen Güterwagen eröffneten wir den Betrieb auf der BAE.

Mit zwei Tfz-Mannschaften  bei einer so kurzen Strecke mit nur einer Zwischenstation war die Zugfolge natürlich dichter als es realistisch gewesen wäre, aber es machte uns Freude und ich war hoch befriedigt, eine Anlage zu haben, auf der richtiger Betrieb stattfinden konnte.

Der kleine Güterschuppen ist free lance von OOK, auch wenn er mariazellerbahnmäßig aussieht, aber das Trafohäuschen ist ein Nachbau des originalen Trafohäuschens, das bis vor einigen Jahren am realen Königskrug stand. Der Baum ist aus der Meyerschen Produktion (s. "Fichten à la Meyer" im Mittelpuffer 17) und der Wagen ist von AHA. Das war die BAE I im Sommer 1993.

 

Die BAE II

Zwei Jahre nach dem Baubeginn der BAE I, Ende 1993 also, wurde mir im Bremer Westen ein Haus zum Kauf angeboten, in dessen Erdgeschoss sich eine alte Hafenkneipe befand, die dicht gemacht hatte. Der Billardraum dieser Gaststätte war sauber, hoch und leer. Ich vermaß ihn und machte in einer einzigen Nacht einen kompletten Gleisplanentwurf, um festzustellen, ob sich mein Anlagentraum hier verwirklichen ließe. Am nächsten Morgen rief ich den Makler an und sagte zu. Am 1. Januar1994 zogen die ersten Teilstücke der BAE in den Billardraum ein. Der Bau der BAE II begann.

BAE II

Am 1. Januar 1994 war Baubeginn der BAE II. Der linke Teil von Sonnenberg steht schon auf provisorischen Füßen.

BAE II

Sonnenberg steht schon komplett da. OOK steht mitten im Gelände., dort, wo sich künftig das Bergwerk Charlotte Elise befinden wird und arbeitet an der Landschaftsform.

BAE II BAE II

Hier entsteht der Bahnhof Schluft. Vorn und hinten sind bereits die beiden Teile des ehemaligen Modulbahnhofes Königskrug fest eingebaut. ei neues Zwischenstück muss noch gebaut werden, damit eine vernünftige Länge der Kreuzungsgleise entsteht.

Unter dem "Schlufter Butterberg" mit dem Feuersteinklippen oben drauf befindet sich die kleine Werkstatt. Zum Glück muss Herbert (HFy) sich über sein Werkstück beugen, da kann er sich den Kopf nicht stoßen, denn Stehhöhe gibt es hier nicht.

 

BAE II

Während der Zug nach Braunlage gerade mit Schrittgeschwindigkeit in die Schlufter Dorftsrasse einfährt, winkt einer der Schlufter "Pengels" von den Feuersteinen herunter, die er trotz ausdrücklichen Verbots der Mutter nun schon zum x-ten Male erklettert hat.

Alle Teile der alten Anlage mit Ausnahme eines Viertelkreises mit 80cm Radius hatten einen Platz im neuen Plan gefunden, nicht zusammenhängend, sondern teilweise ziemlich weit auseinander. Das Hauptproblem war, diese in der für die neue Anlage korrekten Höhe aufzustellen. Die Berechnung dieser Höhen war schon bei der Planung erfolgt, jetzt ging es nur darum, passende Wandhalter und Beine zu konstruieren.

Gleisplan BAE II

Der Plan der tatsächlich gebauten BAE II

Der neue Raum hatte mit 35 qm doch etwas mehr Platz als der Kellerraum der BAE I mit 13 qm. Und der Hauptgaststättenraum, der mein Büro werden sollte, konnte zudem teilweise mitbenutzt werden. So war es möglich, die komplette Strecke von Braunlage bis St.Andreasberg und Sieber zu bauen, wobei alle drei Endbahnhöfe als fiddle-yards ausgeführt werden sollten: St.Andreasberg unter der Anlage, die beiden anderen als temporäre Installationen im Büro, die nur bei Betrieb aufgebaut werden sollten. Der Bahnhof Oderteich wurde fest im Büro aufgebaut, jedoch in einer Art Diorama-Schaukasten, der blickdicht verschlossen werden konnte, falls Nicht-Modellbahner ins Büro kommen würden.

BAE II

Blick vom Büro des Ferrook-Aril-Verlages in den Anlagenraum. Rechts vom Pfeiler der Bahnhof Oderteich in einem blickdicht verschließbaren Diorama-Schaukasten, links von Pfeiler der Bahnhof Schluft und ganz links im Vordergrund der Fiddle-Yard Sieber. Foto: Lars Vosteen

Odt geschlossen
Wenn kein BAE-Betrieb stattfand, war der Verlagsraum modellbahnfrei. Der Bahnhof Oderteich war hinter der weißen Hartfaserplatte verschwunden und die Gleise des Fiddle Yard Sieber mit einer Platte abgedeckt. Der fiddle wurde so zum sideboard.
BAE II
Im Verlagsbüro stehen, angedockt an den Bahnhof Oderteich, die mobilen Streckenteile mit den Stationen Königskrug und Braunlage (Fiddle Yard).

Ich hatte gelernt, dass eine Halbinsel oder Anlagenzunge eine der besten Möglichkeiten ist, eine lange Strecke zu bekommen. Wegen der L-Form des Raumes war es jedoch nicht möglich, eine klassische Zunge einzuplanen. Immerhin gelang es mir, im Winkel des L diagonal eine kurze Halbinsel unterzubringen.

BAE II

Der kurze Personenzug von Sieber trifft gerade in Schluft ein. Das kümmert die alten Strategen Hannes Füllgrabe, Willy Banse und Karl Peix überhaupt nicht, die auf dem Bahnsteig ihre alltägliche Fachsimpelei über das Harzer Forstwesen im Allgemeinen und die Holzverladung bei der BAE im Besonderen führen. Dass in dem weißen G-Wagen kein Bier ist, wissen sie. Das Dutzend Bierkästen, das der örtliche Kolonialwarenhändler zweimal im Monat geliefert bekommt, kommt als Stückgut im Packwagen.

 

BAE II

Am Gleis 1 in Schluft wartet der Triebwagen nach Braunlage, während auf Gleis 2 der mit Ts5 bespannte Gegenzug nach Sieber einfährt. Links an den Hängen "das goldene Fell des Harzes".

Auf der anderen Seite des Ganges (in Bremen, nicht in Indien!) ist in der Ferne der Bhf. Sonnenberg mit dem Fernsprechapparat zu sehen, mit dem der Zugleiter angerufen werden kann.

 

BAE II

Der Stumpfe Stein ist ein Felssporn auf der rechten Seite des Siebertales. Während die Straße ihn umrunden muss, darf der Zug mit den beiden ex-württ. Dreikupplern mitten durch fahren.

Bald wird es auf der BAE III wieder so sein. In "Auf nach Schluft" im Kapitel "Bau der BAE III" ist zu sehen, dass es nicht mehr lange dauern wird.

Die BAE II war ein erfolgreiches Design und viele Betriebssessions mit zwei bis sieben Teilnehmern fanden im Laufe der Jahre statt.(s. Kapitel Betrieb)
Nachdem ich eine Weile allein gelebt hatte, heiratete ich wieder und wollte mit meiner neuen Frau zusammenleben. Leider wohnte sie  200km entfernt und konnte wegen ihrer Arbeit nicht weg. Ich aber konnte nach meinem Eintritt in den Vorruhestand meinen Wohnort wählen. Das bedeutete also Umzug und Abbau der BAE II, die mir zehn Jahre lang Freude und Befriedigung beschert hatte.

BAE III

Wenn man eine Anlage sowieso abbauen muss, ist das eine gute Gelegenheit, das Thema und/oder die Baugröße zu wechseln. Darüber habe ich natürlich auch nachgedacht. Ich war schon immer ein hochgradiger Fan der Rhätischen Bahn, mit der ich in jedem Sommer viel herumfahre. Und es gibt andere Themen, die mich reizen würden: schmalspurige Überlandstraßenbahn mit Güterverkehr zum Beispiel oder die 3-Fuß-Bahnen Colorados. Und noch einige mehr.

BAE II

Fuhrmann Hannes Füllgrabe, den wir kürzlich noch diskutierenderweise auf dem Bahnsteig von Schluft antrafen, treibt jetzt seine Zossen mit der Peitsche an, um schnell noch eine weitere Fuhre Holz abzuholen und zum Bahnhof Schluft zu bringen. Hoffentlich ist Willy Banse mit seinen Rückepferden fleißig gewesen und hat genügend Stämme zum Holzplatz geschleift.

Dennoch widerstand ich allen Versuchungen und blieb der Braunlage-Andreasberger-Eisenbahn, der BAE, treu. Ich baute die Anlage ab, aber ich zerstörte sie nicht. Sorgfältig plante ich jeden Sägeschnitt, um möglichst viele wieder verwertbare Teile zu erhalten, die in die neu zu bauende Anlage, die BAE III, eingehen würden. Selbst der heftigste Schicksalsschlag hat seine guten Seiten. In diesem Fall wurde ich mit mehr Platz entschädigt. Das Haus, das wir in Hamm kauften, hat einen großen Keller. Ein Drittel davon wird für die üblichen Dinge wie Waschküche, Heizung, Öllager etc, benötigt, aber der verbleibende Rest ist immer noch doppelt so groß wie der Billardraum der BAE II. Und 2,44 m hoch. Eine schöne Herausforderung für einen Anlagendesigner, nicht wahr?

Der letzte Zug

Der letzte Zug auf der BAE II

Nun, die neue Anlage ist im Bau. Hier sehen Sie, wie es mit der BAE III weitergeht.

Zum Seitenanfang

Startseite