
Abb. 1: Empfangsgebäude Schlufterhütte (BAE III) nach dem Vorbild von Wiedaerhütte (SHE)
Der Bahnhof Schlüfterhütte hatte auf der BAE II provisorischerweise das Wartehäuschen nach dem Vorbild von Albrechtshaus (s.u.). Die Station ist aber als Emulation von Wiedaerhütte an der Südharzbahn gedacht (genau wie Schluft Emulation von Wieda ist). Daher war es mein Bestreben, hier auch das „korrekte“ Empfangsgebäude aufzustellen.
Zum Glück fand sich jemand, der es mir baute: Kurt Karpinski von den Eisenbahnfreunden Osterholz-Scharmbeck ist in der Szene bekannt für seine wunderbaren Gebäudemodelle. Er baute den Gebäudekomplex in 1:45 nach den von mir erstellten Plänen (s. Harzer Schmalspur-Spezialitäten S. 23-25).

äude von Wiedaerhütte vom gegenüberliegenden Steilhang aus aufgenommen. Foto: Slg Grenzel
Eigentlich handelt es sich um zwei Gebäude, nämlich das eigentliche Bahnhofsgebäude links mit Dienstraum und Güterhalle sowie das Wohnhaus für den Bahnhofsvorsteher rechts. Diese waren mit einem Zwischenbau verbunden, der als Warteraum und Fahrkartenschalter diente. Der kleine Wetterschutz-Vorbau vor der Tür zum Dienstraum wurde später entfernt.

Abb. 3: Bei der ersten NUSSA in Wulften übergab Erbauer Kurt Karpinski das Modell an den neuen Eigner.


Abb. 4 + 5: Dieses winzige Gebäude hat tatsächlich ein konkretes Vorbild, nämlich im Bahnhof Eisfelder Talmühle an der Harzquerbahn. Die Bauzeichnung findet sich in Harzer Schmalspur-Spezialitäten S. 11.
Der Bahnhof Eisfelder Talmühle an der Harzquerbahn hatte früher von beiden Seiten Einfahrsignale, die von einem kleinen Stellwerk mit zwei Signalkurbeln bedient wurden. Nachdem ich die Zeichnung im Mittelpuffer veröffentlicht hatte, juckte es Dieter Rohr in den Fingern, das Gebäude in 1:45 zu bauen. Als er es fertig hatte, fand er, dass es doch am besten auf der BAE stehen könnte. Das war zu Zeiten der BAE II. Er schenkte es mir, aber es kam in Bremen nicht mehr zur Aufstellung. Bei der BAE III wird es einen Platz im Bahnhof Sieber finden, wo ein Einfahrsignal und ein Weichenriegel zu bedienen sind.


Abb. 6 + 7: Das Kurbelstellwerk als Modell 1:45 gebaut von Dieter Rohr und das Vorbild

Abb. 8: Auf der BAE II stand dieses 1:45-Modell des Wartehäuschens von Albrechtshaus im Bahnhof Schlufterhütte (s. oben)
Von Hans Röper hatte ich vor vielen Jahren ein Foto des Wartehäuschens von Albrechtshaus an der Selketalbahn erhalten. Es zeigt das Gebäude zu der Zeit, als die Verbindung zwischen Strassberg und Stiege noch nicht wieder aufgebaut war und es deshalb nur als Bushaltestelle diente.

Abb. 9: Statt Bahnhof nun Bushaltestelle: Albrechtshaus vor dem Wiederaufbau der Strecke Strassberg Stiege. Foto: Ziegelgänsberger
Nach der Wende machte ich mich sofort auf den Weg, um das kleine Ding zu vermessen, doch leider war es inzwischen durch eine Betonkonstruktion ersetzt.
Als ich mich gerade mit Grausen abwenden wolle, merkte ich zufällig, dass auf dem hässlichen Betonding das originale Dach lag. Also musste die Gebäudeabmessungen die gleichen sein. Das ermöglichte es mir, eine Skizze anzufertigen, von der Meinhard Döpner eine Reinzeichnung machte, die ich dann wieder im Mittelpuffer vorstellte. Und wieder gab es jemanden, der nicht widerstehen konnte, es sogleich in 1:45 nachzubauen. Diesmal war es Rainer Emmermacher, der bekannt ist als Eigentümer der Firma EMOTEC. Er zeigte das Modell auf einer der bekannten 0-Schmalspurausstellungen in Ladbergen. Ich war begeistert und schwatzte es ihm ab. Gegen eine entsprechende Kaufsumme wechselte das Gebäude provisionsfrei den Besitzer.
Bei der BAE III wird es am Bahnhof Rehbergergrabenhaus aufgestellt werden. Rehbergergrabenhaus liegt aber an der Zweigstrecke nach St. Andreasberg, die erst später gebaut werden wird. Insofern bleibt das kleine EG noch eine Weile in der Kiste.


Abb. 10 + 11: Schon bei meinem ersten Besuch der Selketalbahn 1974 fiel mir dieses schnuckelige Gebäude auf, das in Alexisbad als Bahnmeisterbude diente. Dieter Rohr baute das 1:45-Modell.
Glücklicherweise hat das winzige Gebäude die Wende überstanden, so dass ich sie vermessen konnte. Meinhard Döpner, damals freier Mitarbeiter des Mittelpuffer, fertigte die Zeichnung an, die dann wieder im Mittelpuffer abgedruckt wurde, um Menschen in Versuchung zu bringen.
Diesmal erwischte es wieder Dieter Rohr. Er musste es nachbauen. Und wieder schenkte er es der BAE. Der Platz wird vermutlich, wie schon bei der BAE II, in Sonnenberg sein, wo es eine Bahnmeisterei geben wird.

Abb. 12: Hier steht noch Oderteich als Stationsname dran. Also stammt die Aufnahme von der BAE II. Bei der BAE III wird das Gebäude in Schluft stehen.
Dies ist das älteste Gebäude der BAE. Schon in Hp1-Modellbahn 3/84 stellte ich die Bauzeichnung nach eigenem Aufmaß des Dienstgebäudes Kaiserweg der Südharzbahn vor inklusive Baubericht über mein 1:45-Modell. Es stand dann auf dem allerersten 0m-Modul, das es gegeben hat.
Nach meinem Ausscheiden aus dem FREMO kam das Modul inklusive Gebäude in die Obhut von Volker Kesting, der es mir, als ich 1994 mit der BAE II anfing, zurück gab.

Abb. 13: Ein Ausschnitt aus einer alten Postkarte zeigt das originale Dienstgebäude am Hp Kaiserweg der SHE.
Da das relativ große Bahnhofsgebäude, das bei der BAE II in Schluft stand, nun nach Oderteich transloziert worden ist (im Modell geht das einfach), weil dies ein größerer Bahnhof mit Abzweig der Grubenbahn geworden ist, wird das Gebäude nach Vorbild Kaiserweg nun in Schluft Aufstellung finden.

Abb. 14: Hier steht das von Karin Spantekow und mir gebaute 1:45-Modell an der Schlufter Dorfstraße (BAE II). Bei der BAE III wird es jedoch am „Originalschauplatz“ Königskrug aufgestellt werden können.
Holzverschalte Trafohäuschen sind „typisch Harz“, also musste eins auf die BAE. Als ich auf die Idee kam, gab es nur noch drei, eins davon am Königskrug. Das habe ich vermessen und dann mit Karin Spantekow zusammen das Modell gebaut.

Abb. 15: So schön können Trafohäuschen sein. Aber das passt nicht in die heutige Zeit. Heute steht dort ein Betonfertigteil, das nur einen Meter aus der Erde ragt.

Abb. 16: Für die Schlufter Dorfstraße wurde ein Kaufmannsladen gebraucht. Kurt Karpinski baute das Modell nach einem realen Vorbild.
In Schluft wird ein Stück der Dorfstraße dargestellt, in der entlang auch das Gleis der BAE verläuft. Bei der BAE II gab es zunächst nur ein Haus, aus dem Obergeschoss des Bahnhofs Waldheim von Addie entstanden. Inzwischen gib es zwei weitere Wohnhäuser, die zwar sehr harztypisch sind, aber ohne konkretes Vorbild.
Da es in Schluft auch eine Kaufmann geben muss, suchte ich nach einem passenden Vorbild für ein Wohnhaus mit Laden, möglichst harzig und nicht zu groß. Fündig wurde ich in Wernigerode Hasserode. Die Drogerie Fischer ist ein Objekt, das alle Merkmale eines typischen Harzer Gebäudes aufweist. Der nachträglich eingebaute Ladeneingang mit kleinem Schaufenster hat den Charme der frühen 20. Jahrhunderts.
Wieder konnte ich Kurt Karinski gewinnen, das Gebäude professionell in 1:45 nachzubauen.

Abb. 17: Die Drogerie Fischer in Wernigerode Hasserode erfüllte alle Kriterien, dich ich mir für ein Wohnhaus mit Kaufmannsladen in Schluft vorgestellt hatte.
Ich nahm einige Grundmaße und machte viele Fotos, Kurt machte den Rest. Abweichend vom Vorbild hat er, meinem Wunsch zufolge, die linke statt der rechten Giebelwand mit Dachziegeln verkleidet, denn die zeigt auf der BAE nach Westen.
Die meisten Einwohner von Schluft sind eher Menschen mit geringem Einkommen: Waldarbeiter, Bergleute, Eisenbahner, Fuhrleute. Entsprechend schlicht und eher klein sind ihre Häuser. Das Haus des Bürgermeisters hat da schon ein ganz anderes Format. Bernhard Kohlrusch, den wir hier auf dem Balkon seines Hauses sehen, ist nämlich der Besitzer der Siebertaler Sägemühle am unteren Ende von Schluft und kann von deren Ertrag bequem leben. Das Bürgermeisteramt übt er eher als Zeitvertreib aus.
Das Vobild für dieses Gebäude steht in Bad Lauterberg gegenüber dem Lidl-Markt. Ob ein Sägewerkbesitzer darin wohnt, entzieht sich meiner Kenntnis. Die vielen Schmuckfarben hat das Haus zur Zeit der BAE gewiss nicht gehabt, daher ist das Modell auch eine entfeinerte Version.

Die Dorfstraße von Schluft ist noch nicht fertig gestaltet, die Häuser sind erst lose hin gestellt. Aber, dass hier ein typisches Harzer Straßendorf entsteht, ist schon zu erkennen. Im Vordergrund das soeben beschriebene Bürgermeisterhaus, sodann ein Arbeiterwohnhaus ohne spezielles Vorbild und dahinter der unter 7. gezeigte Colonialwarenladen. Insgesamt wird das Dorf sechs Häuser umfassen, den Güterschuppen im Vordergrund nicht mitgezählt.
8. April 2010 |
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